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Portale und Lernmanagement-Systeme (LMS)
Eine Abgrenzung
Als das Internet noch jung war, nannte man jede Ansammlung von Internetseiten „site“, zu deutsch: Platz oder Stelle. Mit dem Wachstum des World Wide Web wuchs der Wunsch, Ordnung in das Chaos zu bringen. Menschen wie Jerry Yang und David Filo - die Gründer von Yahoo! - begannen, Seiten ins Netz zu stellen, die ihre gesammelten Internetadressen auflisteten. Diese Linklisten dienten als Einstiegsseite oder „Portal“ 1 in die Vielfalt des Internets. Heute dagegen wird jede Ansammlung von mehr als 3 Seiten als Portal bezeichnet.

Portal
Trotz der inflationären Verwendung des Begriffes gibt es eine Reihe von Eigenschaften, die wirkliche Portale von simplen Webseiten unterscheiden. Dabei ist der Aspekt des Einstiegs allerdings oft etwas in den Hintergrund geraten. Ein Portal ist eine zielgruppenspezifische Sammlung von Informationen und oder Produkten, die auf Linkbasis oder durch Drittanbieter und Partner zugeliefert werden. Oder anders ausgedrückt "A portal combines different information from the Web, corporate databases and applications into a single point of access using Web browsers and search technology" 2. Durch die Vielzahl der Daten haben Portale oft Katalog-Charakter und versuchen, die Masse der Informationen in übersichtlichen Katalogen zu sammeln und aktuelle Informationen in Magazinform zu vermitteln.

LMS ist mehr
Ähnlich wie beim Portal steht beim Lernmanagement-System (LMS) das Wissen und die Information im Vordergrund. In der Regel enthalten Portale auch Kataloge und aktuelle Informationsbereiche. In einem Lernmanagement-System können Nutzer Kurse finden und buchen, es enthält also immer auch ein Schulungsportal, das alle Eigenschaften eines „normalen“ Portals beinhalten kann.
Das „Lernportal“ ist aber eben nur ein Aspekt eines LMS. In solchen Systemen ist die Verwaltung von Schulungen und Qualifikationsprozessen das vordringlichste Ziel. Neben den klassischen Portalelementen gibt es deshalb immer auch komplexe Verwaltungsteile für Lerner, Tutoren, Kurse sowie Module zur direkten Kommunikation (synchrone Kommunikation) wie Videoconferencing oder Application-Sharing.

Portaleigenschaften
1. Nutzerzentrierung: Portale richten ihre Angebote und Dienste an bestimmten Zielgruppen aus. (Für Intranetportale sollte Ähnliches gelten, leider werden Mitarbeiter eher als Verwaltungsopfer, denn als Kunden betrachtet.)
2. Themenvielfalt: Auch themenbezogene Portale versuchen, ihren inhaltlichen Bereich immer so breit wie möglich auszubauen, um ihrer Zielgruppe optimal gerecht zu werden. Nicht selten finden sich auch Randprodukt-Informationen in einem Portal. So findet man unter www.versicherungen.de auch ein großes Angebot an Immobilien. Das trifft auch für gut strukturierte Intranetportale zu.
3. Content Partnerschaft: In der Regel werden die Inhalte des Portals nicht allein von einer hauseigenen Redaktion erstellt. Das verbietet schon die Themenvielfalt. Ein Portal sammelt verschiedene Inhalte verschiedener Anbieter und enthält oft nur eine kommentierte Linkliste. Im Intranetportal kommen die wesentlichen Informationen aus den Abteilungen und werden durch eine kleine Redaktion lediglich aufbereitet (Öffentlichkeitsarbeit/interne Kommunikation).
4. Nutzergruppe: Durch die Zielgruppenorientierung versuchen die meisten Portale, die Nutzer in Chats oder Mailinglisten zusammenzuführen, um Kundenbindung durch Kundenkommunikation zu erreichen.
5. Personalisierung: Portale wollen den Einstieg erleichtern und bieten deshalb die Möglichkeit, aus der Vielzahl der Portalinhalte die persönlich relevanten Informationen zusammenzustellen und immer aktuell abzurufen.
6. Services: Portale wollen ihre Nutzer langfristig binden und stellen deshalb ergänzende Dienste zur Verfügung, wie z.B. einen Ticketservice oder Abrufmöglichkeit der aktuellen Börsenkurse. Bei Intranetportalen macht dieser Teil oft den messbaren Mehrwert eines Portals aus. Denn hier können Arbeitsabläufe im Unternehmen (von der Flugreise bis zum Entscheidungsprozess) optimiert werden.

Eigenschaften von Lernmanagement-Systemen
1. Personalisierbarkeit: Wie Portale schneidern Lernmanagement-Systeme ihre Angebote dem Besucher auf den Leib. Viele Systeme stellen individuelle Kurs- oder Seminarkalender zur Verfügung.
2. Nutzerverwaltung: Weil innerhalb eines Unternehmens viele Mitarbeiter von Schulungsprojekten betroffen sind, stellen LMS umfangreiche Administrationsbereiche zur Verfügung, um der Vielzahl von Lernern gerecht zu werden.
3. Seminar/Kursverwaltung: In Lernmanagement-Systemen können die unterschiedlichsten Lerninhalte verschiedenen Kursen zugeordnet werden. Damit das gelingt, wird eine ausgefeilte Kursverwaltung benötigt.
4. Tutoren: Webgestütztes Lernen muss in der Regel personal unterstützt werden. Die Werkzeuge zur Verwaltung und zum Einsatz von Online-Tutoren z.B. kursbezogener Chat, Videokonferencing oder Application-Sharing müssen in einem Lernmanagement-System zur Verfügung stehen.
5. Synchrone und asynchrone Kommunikation: Direkte (Chat, Videoconferencing, Application-Sharing) und indirekte (Mail, News) Kommunikationswerkzeuge stehen für Lerner und Tutoren zur Verfügung.

Literatur:
Babiak, U.: Effektive Suche im Internet. O'Reilly, Cambridge, 1997.
Bower, G. H.; Hilgard, E. R.: Theorien des Lernens I, Klett-Cotta, Stuttgart, 1983.
Bullinger, H-J. (Hrsg.): Lernende Organisationen - Konzepte, Methoden und Erfahrungsberichte, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 1996.
Bullinger, H.-J.; Warschat, J.; Prieto, J.; Wörner, K.: Wissensmanagement - Anspruch und Wirklichkeit: Ergebnisse einer Unternehmensstudie in Deutschland. In: Information Management, 1/1998, S. 7-23.
Davenport, T. H.; Prusak, L.: Working Knowledge - How Organizations Manage What They Know, Harvard Business School Press, Boston Mass., 1998.


<< Zurück... Info   Autor: Ulrike Rudelt